„Virus ist im falschen Moment gekommen“ EISHOCKEY: HC Meran steht erstmals im Halbfinale der Alps Hockey League – Trainer Christian Borgatello blickt auf schwierige Phase zurück und analysiert Sisak MERAN. Der HC Meran Pircher ist von Platz zehn nach dem Grunddurchgang bis ins Halbfinale der Alps Hockey League (AlpsHL) vorgestoßen. Dort wartet in der „Best-of-7“- Serie ab Samstag KHL Sisak. Großen Anteil am Höhenflug der Meraner „Adler“ hat Christian Borgatello, der mit seinem Heimatverein bereits als Spieler große Erfolge gefeiert hat und erst seit 15 Monaten als Headcoach arbeitet. Im nachfolgenden Interview blickt der 44-Jährige, der der einzige Südtiroler Trainer in der multinationalen Liga ist, auf die schwierige Phase zurück, erklärt, wie er mit seinem Team die Kurve gekratzt hat und analysiert den Halbfinalgegner aus Kroatien, gegen den der HCM im Grunddurchgang ein Spiel gewonnen (4:0) und zwei Partien verloren hat (1:4 und 1:3). „Dolomiten“: Der HC Meran hat mit dem erstmaligen HalbfinalEinzug in der AlpsHL Historisches geschafft. Wie stolz sind Sie darüber? Christian Borgatello: Ich bin mächtig stolz auf meine Spieler, die viel Kritik einstecken mussten und es jetzt allen Kritikern gezeigt haben. Wir sind sehr schlecht in die Saison gestartet und befanden uns lange Zeit im Tabellenkeller. Die Spieler haben immer an die Wende geglaubt und nie aufgegeben. Kurz vor Weihnachten hat sich ein Spieler von uns verabschiedet und plötzlich ging es aufwärts. Es war der Wendepunkt. Mit dem Kanadier Reid Stefanson und dem Schweden Filip Cruseman haben wir mehr Tiefe, Qualität und auch die fehlende Leadership bekommen. Die Mannschaft ist danach noch enger zusammengewachsen. Es ist kein Geheimnis, dass nicht immer die bessere Mannschaft, sondern manchmal die Mannschaft mit dem größeren Zusammenhalt gewinnt. Wir waren plötzlich wie eine Familie, in der jeder für den anderen kämpfte. Der Halbfinal-Einzug ist jetzt der Lohn dafür. Das hätte sich keiner von uns erwartet. „D“: Nach dem durchwachsenen Grunddurchgang mit Platz zehn gewann der HCM anschließend die Qualification Round A und räumte im Pre-Play-off den EC Bregenzerwald und im Viertelfinale den HC Asiago aus dem Weg. Wie erklären Sie sich diese Leistungssteigerung Ihrer Mannschaft? Borgatello: Die direkte Play-offQualifikation war vor Saisonbeginn unser Ziel. Als die Top 5 mathematisch nicht mehr möglich waren, habe ich umdisponiert und die Mannschaft schon sehr früh gezielt auf die Zwischenrunde vorbereitet. Wir haben das System angepasst und auch im konditionellen und physischen Bereich die Hebel angesetzt. Die Früchte konnten wir dann bereits in der Qualification Round ernten, als das Glück, das zuvor oft gefehlt hatte, plötzlich auf unserer Seite war. Alle meine Spieler haben einen Sprung nach vorne gemacht. Ich muss den Hut vor meiner Mannschaft ziehen, die im Viertelfinale mit Asiago nicht nur den Italienmeister, sondern ein ganz starkes Team mit herausragenden Ausländern und zwölf ehemaligen ICEHL-Spielern in den Urlaub geschickt hat. „D“: Haben Sie an der Spielweise Ihres Teams etwas geändert? Borgatello: Wir haben in den letzten Spielen des Grunddurchgangs mehrere Systeme probiert und spezielle Videos herangezogen. Ich habe versucht, das Team aufzubauen. Wir haben oft gut gespielt, wurden aber viel zu selten mit Punkten belohnt, weil immer wieder Kleinigkeiten nicht gepasst haben. Jetzt präsentieren sich meine Spieler ganz anders: Sie spielen aggressiver, lassen dem Gegner kaum Zeit im Spielaufbau und sind fitter. Ich möchte keinen einzelnen Spieler hervorheben, kann aber sagen, dass sich jeder einzelne gesteigert hat. Wir sind unberechenbar, da jede Linie Tore schießen kann. „D“: Ihr Team erhielt zuletzt Verstärkung von den beiden Boznern Enrico Larcher und Pascal Brunner sowie von den beiden Unterlandlern Alex Curti und Alex Egger. Wie sehr haben sie zum bisherigen Erfolg beigetragen? Borgatello: Diese vier Spieler haben wir mit offenen Armen aufgenommen. Enrico Larcher hat bereits im Grunddurchgang bei uns gespielt und uns sehr geholfen. Alex Curti gibt mir in der Abwehr, Alex Egger im Angriff mehr Optionen. Pascal Brunner bringt dagegen viel Energie mit, nachdem er in Bozen nur selten zum Einsatz gekommen ist. Er geht voraus und hat große Lust zu spielen. Er ist mit mehreren Spielern eng befreundet und passt hervorragend ins Team. „D“: Im Halbfinale wartet nun Sisak. Was wissen Sie über die Kroaten? Borgatello: Es ist eine Profi-Truppe mit einigen starken Spielern. Ich habe den Gegner mittels Video studiert und muss sagen, dass es eine eisläuferisch starke Mannschaft ist, die großen Druck aufbauen kann. Sie verfügt über ein ausgezeichnetes Umschaltund Überzahlspiel. „D“: Meran hat im Grunddurchgang gegen Sisak zwei von drei Spielen verloren. Welche Chancen rechnen Sie sich im Halbfinale aus? Borgatello: Der Grunddurchgang zählt nicht mehr. Das Play-off ist eine neue Meisterschaft. Ich sehe uns keinesfalls chancenlos und erwarte mir eine ausgeglichene Serie. Obwohl die weiten und langen Reisen mit knapp zehn Stunden Busfahrt ein Nachteil sein könnten, gibt es für mich keinen Favoriten. Ich schätze die Chancen auf 50:50 Prozent. „D“: Auf was wird es in den kommenden Spielen ankommen? Borgatello: Sehr wichtig wird die Disziplin sein. Zudem müssen wir die Kleinigkeiten richtig machen, die blaue Linie absichern sowie Fehler und Turnovers vermeiden. „D“: Gibt es für Sie in der anderen Halbfinalserie zwischen Zell am See und dem HC Gherdëina einen Favoriten? Borgatello: Zell am See ist zwar ein qualitativ starkes Team, Gröden darf man aber auf keinen Fall unterschätzen. Die Ladiner haben gegen Salzburg II gezeigt, zu was sie dank ihres überragenden Torhüters Cales Endre fähig sind, und sind nach zwei klaren Niederlagen doch noch ins Halbfinale eingezogen. „D“: 15 Spieler Ihrer Mannschaft hatten zuletzt mit einem MagenDarm-Virus zu kämpfen, weshalb der Halbfinal-Auftakt auf Samstag verschoben wurde. Glauben Sie, dass der HCM am Wochenende ein Team stellen kann? Borgatello: Ich hoffe es. Mich hat das Virus zum Glück verschont, meinen Assistenten Claudio Rier leider nicht. Am Dienstag und Mittwoch waren gerade einmal acht gesunde Spieler beim Training. Wir haben noch zwei Tage Zeit. Hoffentlich sind am Samstag wieder alle vollständig genesen. Das Virus ist im falschen Moment gekommen. Es wird einige Zeit dauern, bis alle Spieler wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. „D“: Der HC Meran hat sich nicht für die kommende Saison in der AlpsHL eingeschrieben. Denken Sie, dass der Rückzug Ihres Heimatvereins definitiv ist und wie sehr wären Sie enttäuscht darüber? Borgatello: Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob die Entscheidung definitiv ist. Es wäre jedenfalls sehr schade, wenn der HC Meran nach fünf Jahren von der AlpsHLLandkarte verschwinden würde. Ich hoffe schon, dass die letzten Ergebnisse ein Ansporn sind, dass es auch im nächsten Jahr in der Meranarena Eishockey auf diesem Niveau geben wird. „D“: Zuletzt strömten auch wieder viele Zuschauer in die Arena. Wir wichtig ist die Unterstützung der Fans für Ihr Team? Borgatello: Die Fans sind sehr wichtig für uns. Im Viertelfinale sind zu den drei Heimspielen gegen Asiago fast 4.000 Zuschauer in die Meranarena gekommen und es herrschte eine tolle Atmosphäre. Es ist in ganz normal, dass die Fans erst dann in Scharen kommen, wenn eine Mannschaft erfolgreich ist. Mit den starken Leistungen haben wir die Stadt aufgeweckt. Es kommen Leute ins Stadion, die vor 27 Jahren zum letzten Mal eine Halbfinalserie auf diesem Niveau in Meran erlebt haben. Bei ihnen werden Erinnerungen wach und auf den Straßen und in den Bars wird wieder über Eishockey gesprochen. „D“: Was ist am Gerücht dran, dass Sie in der kommenden Saison den HCB Südtirol in der ICE Hockey League trainieren könnten? Borgatello: Ich war selbst überrascht über dieses Gerücht und habe es nur aus der Zeitung erfahren. Ich bin aber für alles offen. Am Ende liegt die Entscheidung bei mir. © Alle Rechte vorbehalten Interview: Kurt Platter Den Heimvorteil nutzen IHL DIVISION I: HCP Junior S. empfängt Chiavenna BRUNECK (kp). Der HCP Junior Selection peilt heute ab 19.45 Uhr in der Finalserie („best of 5“) der IHL Division I den zweiten Sieg an. Nach dem hart umkämpften 5:4 n.V. im ersten Spiel, das fast vier Stunden dauerte und erst nach 83.11 Minuten in der zweiten Verlängerung durch Peter Wieser entschieden wurde, haben die Pusterer heute Heimvorteil. Das Team von Trainer Max Oberrauch hat in dieser Saison zwölf von 13 Heimspielen gewonnen. © Alle Rechte vorbehalten Fehervar wirft KAC raus und Pustertal trifft auf Laibach SZEKESFEHERVAR (kp). Die Überraschungen reißen in dieser Saison der ICE Hockey League nicht ab. Nach Salzburg und HCB Südtirol verabschiedete sich gestern mit Klagenfurt ein weiterer Favorit vorzeitig in den Urlaub. Die Kärntner verloren das sechste Viertelfinalspiel gegen Fehervar mit 0:3 und die Serie mit 2:4. Damit steht erstmals in der Ligageschichte ein Team, das den Grunddurchgang nur auf dem zehnten Platz beendet hat, im Halbfinale. Während die Ungarn in der Vorschlussrunde auf Graz treffen, bekommt es der HC Falkensteiner Pustertal mit Laibach zu tun und hat sogar Heimvorteil. Spiel 1 wird am Sonntag um 18 Uhr in Bruneck angepfiffen. Die Graz99ers sind indes zum ersten Mal überhaupt österreichischer Meister. © „Furie“ beginnen heute, „Adler“ am Samstag ALPSHL: HC Gherdëina ist bei seiner erster Halbfinal-Teilnahme in Zell am See zu Gast – HC Meran spielt am Wochenende zweimal in Sisak BOZEN (kp). Der HC Meran Pircher ist von Platz zehn, der HC Gherdëina valgardena.it gar von Platz elf im Grunddurchgang bis ins Halbfinale der AlpsHL vorgestoßen. Die „Adler“ wurden zuletzt von einem MagenDarm-Virus heimgesucht und starten erst am Samstag gegen Sisak in die Vorschlussrunde. Die „Furie“ sind dagegen bereits heute Abend in Spiel eins der „Best-of-7“-Serie in Zell am See zuGast. Der Titelverteidiger setzte sich in der Viertelfinalserie gegen die Wipptal Broncos mit 4:1 durch und hatte anschließend eine längere Pause. Halbfinalgegner Gröden hingegen war noch am Dienstag im Einsatz ALPSHL: PLAY-OFF HALBFINALE – HEUTE SPIEL 1 Zell am See – HC Gherdëina ••19.30Uhr SR: Lazzeri, Winkler (P. Brondi, Strimitzer) © und rang Salzburg II im siebten Viertelfinalspiel mit 3:2 n.V. nieder, womit die erstmalige Halbfinal-Teilnahme fixiert wurde. Zuvor war für Gröden zweimal (2021 und 2022) im Viertelfinale Endstation gewesen. Gegen Gröden starten die Pinzgauer als Favorit in die Serie. Allerdings konnten die Südtiroler in dieser Saison zwei der drei direkten Duelle für sich entscheiden – beide vor heimischem Publikum (3:0 und 3:1). In Zell am See unterlag die Mannschaft von Trainer Marcel Skokan, der heute keine Ausfälle zu beklagen hat und wieder auf den zuletzt gesperrten Torjäger Vlastimil Dostalek zurückgreifen kann, am 18. Dezember deutlich mit 1:7. Insgesamt konnte der HCG nur zwei der letzten zehn Auswärtsspiele bei den Eisbären gewinnen. Die Halbfinalserie zwischen Sisak und Meran wird dagegen erst am Samstag beginnen. Grund dafür sind zahlreiche an einem Magen-Darm-Virus erkrankte Spieler beim HCM, weshalb die „Adler“ den Mindestkader von zehn Feldspielern plus einem Torwart aktuell nicht stellen können. Nach Rücksprache der Liga-Ärztin mit den Teamärzten von Meran wurde auch Sisak über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt. Bei einem Video-Call mit den Ligavertretern und beiden Vereinen wurde folgendes Prozedere im Einvernehmen aller Beteiligten beschlossen: Der Auftakt der Serie erfolgt mit zwei Spielen in Sisak am Samstag, 28. März, und Sonntag, 29. März (Beginn jeweils um 19.30 Uhr). Anschließend folgen am Mittwoch, 1. April, und Donnerstag, 2. April zwei Spiele in Meran (Beginn jeweils um 20 Uhr). Alle weiteren Spiele werden – sofern erforderlich – an den ursprünglich angesetzten Terminen ausgetragen. © Alle Rechte vorbehalten VIERTELFINALE („best of 7“) – SPIEL 6 Fehervar – Klagenfurt • • •••••••••••••••••••• 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) SR: Ofner, Sternat (Bedynek, Jedlicka) Tore: 2. Drittel: 1:0 Erdely (7.58); 3. Drittel: 2:0 Hari (15.44), 3:0 Cheek (19.29/EN). Strafminuten: Fehervar 4 – Klagenfurt 10 + Spieldauerdisziplinarstrafe Petersen Zuschauer: 4.733 PP=Powerplay/Überzahl SH=Shorthander/Unterzahl EN=Schuss ins leere Tor © ICEHL: PLAY-OFF 32Sport Donnerstag, 26. März 2026 - Christian Borgatello hat den HC Meran von Platz zehn im Grunddurchgang bis ins Halbfinale der AlpsHL geführt. Alle Fotos: Max Pattis -Infografik: M. Lemanski 10., 12., 14. und 17. März evtl. 19., 21. und 25. März 29., 31. März, 2. und 5. April evtl. 7., 9. und 12. April 15., 17., 19. und 22. April evtl. 24., 26. und 29. April V nach Verlängerung Villach V Laibach Play-off VIERTELFINALE HALBFINALE FINALE BESTOF7 BESTOF7 ICEHL BESTOF7 Graz 2 1 5 1 3 1 ff 6 2 Salzburg V V HC Pustertal 2 3 1 2 3 4 1 2 Graz HC Pustertal HCB Südtirol Laibach V 2 3 2 1 2 3 0 4 1 4 Klagenfurt Fehervar V 3 0 1 2 2 3 8 3 3 4 0 3 Fehervar Lukas De Lorenzo Meo war beim 5:4 n.V. im ersten Finalspiel gegen Chiavenna an vier Toren beteiligt. Grödens Torjäger Vlastimil Dostalek hat seine Sperre abgesessen und kehrt heute in Zell am See aufs Eis zurück.
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