Die Jubiläumssaison gipfelt in Traumfinale EISHOCKEY: Im Endspiel der zehnten Spielzeit in der Alps Hockey League stehen sich mit Meran und dem HC Gherdëina erstmals zwei Südtiroler Teams gegenüber MERAN(kp). Wer hätte das gedacht? Bis Ende Jänner waren der HC Meran Pircher und der HC Gherdëina valgardena.it in den Niederungen der Tabelle der Alps Hockey League (AlpsHL) anzutreffen. Der HCM beendete den Grunddurchgang auf Platz zehn, der HCG auf Platz elf. Jetzt, knapp zweieinhalb Monate später stehen sich die beiden Traditionsvereine im Südtiroler Traumfinale gegenüber. Ab heute kommt es in der Jubiläumssaison der AlpsHL, die zum zehnten Mal ausgetragen wird, zum Überraschungsfinale zwischen Meran und Gröden. Beide Teams stehen erstmals im Endspiel und mussten sogar den Umweg über die Pre-Play-offs nehmen. Damit treffen erstmals die beiden am schwächsten gesetzten Teams aufeinander: Meran startete als Siebter ins Viertelfinale, Gröden als Achter. In der „regular season“ belegten sie lediglich die Plätze zehn (HCM) und elf (HCG) – getrennt durch nur einen Punkt. Aufgrund der besseren Platzierung hat Meran im Finale Heimrecht und eröffnet die Serie heute mit einem Heimspiel. In der aktuellen Saison entschied Meran zwei der bisherigen drei Duelle für sich. Die „Adler“ setzten sich mit 3:1 zu Hause und 1:0 in Wolkenstein durch und mussten sich im „Pranives“- Stadion mit 3:4 n.V. geschlagen geben. Meran setzte sich im PrePlay-off gegen Kitzbühel durch und hatte im Viertelfinale gegen Italienmeister Asiago und im Halbfinale gegen den kroatischen Vertreter Sisak das bessere Ende für sich. Gröden räumte im PrePlay-off Kitzbühel , im Viertelfinale Grunddurchgangssieger Salzburg II und in der Vorschlussrunde Titelverteidiger Zell am See aus dem Weg. Merans Trainer Christian Borgatello muss heute erneut ohne Alex Egger auskommen und bangte gestern um den Einsatz von Reid Stefanson und Pascal Brunner. Gröden-Coach Marcel Skokan hofft indes, dass er heute wieder auf den zuletzt angeschlagenen Carmine Buono zurückgreifen kann. Eintrittskarten können online erworben werden oder an der Abendkasse, die heute um 18 Uhr öffnet. © Alle Rechte vorbehalten „Wir hatten ähnlichen Saisonverlauf“ 6 FRAGEN AN SIMON PITSCHIELER, KAPITÄN DES HC GHERDËINA Was denken Sie über den Finalgegner HC Meran? Simon Pitschieler: Wir hatten beide einen ähnlichen Saisonverlauf. Als tief gesetztes Team mussten wir beide in die Qualification Round, die wir jeweils auf Platz eins abgeschlossen haben. Danach haben wir das PrePlay-off überstanden und sowohl im Viertel-, als auch im Halbfinale starke Gegner aus dem Weg geräumt. Meran steht verdient im Finale und wird ein harter Knochen werden. Wir freuen uns sehr. Meran hat im heurigen Grunddurchgang zwei von drei Spielen gegen Gröden gewonnen. Was ist Ihnen von diesen Spielen in Erinnerung geblieben? Pitschielerr: Es waren immer sehr enge Spiele mit wenigen Toren. Das hatte damit zu tun, dass beide Teams defensiv sehr gut gestanden sind und mit Andreas Bernard bzw. Claes Endre über zwei herausragende Torhüter verfügen. Die drei bisherigen Spiele zählen aber nichts mehr. Beide Mannschaften haben sich nicht nur von der Besetzung, sondern auch von der Spielweise her ziemlich verändert. Auf was wird es in den kommenden Spielen ankommen? Pitschieler: Am Ende werden die Details den Unterschied machen. Die Disziplin wird eine wichtige Rolle spielen. Die Spieler beider Teams werden gut eingestellt sein und wissen, was sie tun müssen. Jedes Spiel wird seine eigene Geschichte haben. Wer weniger Fehler macht, wird schlussendlich als Meister hervorgehen. Gibt es für Sie einen Favoriten? Pitschieler: In einem Finale gibt es selten einen Favoriten. So wie wir im bisherigen Play-off-Verlauf gegen Salzburg II und Zell am See Außenseiter waren, war Meran gegen Asiago und Sisak Außenseiter. Jetzt stehen sich die zwei Außenseiter im Finale gegenüber. Beide haben bisher Großartiges geleistet und hoffen jetzt auf die Krönung. Wie wichtig ist der Heimvorteil? Pitschieler: Wir fühlen uns in Wolkenstein wohler als auswärts. Da Meran aber nicht allzu weit entfernt ist, werden uns viele Grödner Fans dorthin begleiten und lautstark unterstützen. Die Stimmung wird in beiden Stadien sehr laut sein. Wir hatten in den bisherigen Serien noch nie Heimvorteil und mussten bisher immer zumindest einmal auswärts gewinnen. Das ist jetzt auch im Finale unser Ziel. Auf wen oder was muss Gröden besonders aufpassen? Pitschieler: Meran hat mehrere gefährliche Spieler, die jederzeit den Unterschied machen können. Die große Stärke des HCM ist aber das Kollektiv – die Mannschaft ist der Star. Wir müssen versuchen, unser Spiel aufzuziehen, unserem Goalie zu helfen und ihren Torhüter zu bezwingen. © Alle Rechte vorbehalten Fragen: Kurt Platter „Heimvorteil könnte entscheidend sein“ 6 FRAGEN AN PHILIPP BEBER, KAPITÄN DES HC MERAN Was denken Sie über den Finalgegner HC Gherdëina? Philipp Beber: Gröden steht vor allem in der Defensive sehr gut. Torhüter Claes Endre gibt den Ladinern große Sicherheit. Aber auch unser Schlussmann Andreas Bernard hat uns oft aus der Patsche geholfen und großen Anteil am Final-Einzug. Gröden ist eine laufstarke Mannschaft, die ein gutes Umschaltspiel praktiziert und die Chancen eiskalt ausnützt. Meran hat im heurigen Grunddurchgang zwei von drei Spielen gegen Gröden gewonnen. Was ist Ihnen von diesen Spielen in Erinnerung geblieben? Beber: Die Spiele liegen zwar einige Zeit zurück, ich kann mich aber erinnern, dass sie immer hart umkämpft und sehr eng waren. Ich erwarte mir auch jetzt knappe und intensive Spiele. Das letzte Spiel gewannen wir zum Abschluss des Grunddurchgangs mit 1:0, wobei beide Torhüter überragend waren. Auf was wird es in den kommenden Spielen ankommen? Beber: Im Play-off gewinnt zumeist derjenige, der weniger Fehler macht, bereit ist, sich zu opfern und Schüsse zu blocken, die Chancen verwertet und es am Ende mehr will. Die Disziplin und die Special Teams werden auch eine wichtige Rolle spielen. Gibt es für Sie einen Favoriten? Beber: Das ist eine schwierige Frage. Wenn sich der Zehntplatzierte und der Elftplatzierte im Finale gegenüberstehen, dann kann man nicht von einem Favoriten sprechen. Es ist ein Finale zwischen zwei Außenseitern. Beide kommen von Play-off-Serien, die ihnen bestimmt viel Energie und auch Selbstvertrauen geben werden. Wie wichtig ist der Heimvorteil? Beber: Der Heimvorteil könnte entscheidend sein. In meinen Augen ist er sehr wichtig. Zu Hause die Serie beginnen zu können, ist ein kleiner Vorteil. Für uns ist das ein Novum, nachdem wir bisher stets in fremden Stadien anfangen mussten. Zuhause spielen wir lieber als auswärts. Zudem liegt Wolkenstein auf 1.500 Metern über dem Meer, wo es in der Regel immer schwieriger zu spielen ist, weil die Luft dünner ist. Ich hoffe auf viele Zuschauer. Das PranivesStadion wird bestimmt voll sein. Es wäre schön, wenn auch die Meranarena nach vielen Jahren endlich wieder einmal ausverkauft wäre. Auf wen oder was muss Meran besonders aufpassen? Beber: Ich würde jetzt keinen einzelnen Spieler herausheben. Am ehesten Torhüter Claes Endre, der schon mehrere Spiele für Gröden im Alleingang entschieden hat. Ich weiß, dass unser Finalgegner einige starke Einzelspieler hat. Die große Stärke ist aber der ausgeglichene Kader, von dem jede Linie Tore schießenkann. © Alle Rechte vorbehalten Fragen: Kurt Platter Der Aufstieg wäre die Krönung FRAUEN:Italien startet am Sonntag in Budapest in die WM der I. Division Gruppe A BUDAPEST (kp). Am morgigen Sonntag beginnt in Budapest die Frauen-WM der I. Division Gruppe A. Aufsteiger Italien peilt in der ungarischen Hauptstadt den Durchmarsch an, nachdem die „Azzurre“ vor einem Jahr die WM der I. Division Gruppe B im schottischen Dumfries nach fünf Siegen und einem Torverhältnis von 31:0 auf Platz eins abgeschlossen hatten. Nach dem sensationellen Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Mailand, bei denen sie bis ins Viertelfinale vorgestoßen ist, hegt die Mannschaft von Nationaltrainer Eric Bouchard große Ambitionen, um erstmals überhaupt in die Top Division der besten zehn Mannschaften der Welt aufzusteigen. Um dieses historische und für Italiens Frauen noch nie erreichte Ziel zu schaffen, muss das „Blue Team“ im Gegensatz zu den vergangenen Jahren die Titelkämpfe in Budapest als Weltmeister beenden. Bis 2025 stiegen bekanntlich die beiden Erstplatzierten in die Weltgruppe auf; ab heuer nur mehr der Turniersieger. Am Donnerstag verloren Franziska Stocker und Co. das einzige Testspiel gegen Gastgeber Ungarn mit 0:2. Italien trifft ab morgen auf Norwegen (12. April um 16 Uhr), die Slowakei (13. April um 12.30 Uhr), Frankreich (15. April um 19.30 Uhr), Gastgeber und Absteiger Ungarn (17. April um 16 Uhr) und China (18. April um 12.30 Uhr). Italiens WM-Aufgebot: Tor: Gabriella Frances Durante, Martina Fedel, Margherita Ostoni; Abwehr: Laura Fortino, Kristen Guerriero, Laura Lobis, Nadia Mattivi, Jacqueline Pierri, Franziska Stocker, Amie Fielding Varano; Angriff: Aurora Enrica Abatangelo, Eleonora Bonafini, Anna Caumo, Kristin Della Rovere, Matilde Fantin, Manuela Heidenberger, Sara Kaneppele, Marta Mazzocchi, Greta Niccolai, Justine Reyes, Rebecca Roccella, Carola Saletta, Kayla Tutino. © Alle Rechte vorbehalten Der Kapitän geht von Bord MÄNNER:Verteidiger Thomas Larkin zieht einen Schlussstrich unter seine Karriere BOZEN (kp). Thomas Larkin (im Bild) führte die Nationalmannschaft von Italien nicht nur bei den Olympischen Spielen vor zwei Monaten in Mailand als Kapitän aufs Eis, sondern war seit 2010 fixer Bestandteil der „Azzurri“. Nun geht der Kapitän von Bord: Der 35-jährige Verteidiger hat nach 20 Jahren einen Schlussstrich unter seine eindrucksvolle Karriere gezogen. Das Spiel zwischen den Kölner Haien und den Schwenninger Wild Wings (4:1) am 31. März war das letzte von Thomas Larkin, der seine Laufbahn in Varese begonnen hatte. Dorthin wird der 1,96Meter-Hüne in den kommenden Wochen mit seiner Familie zurückkehren und das Leben nach dem Eishockey genießen. Larkin wurde am 31. Dezember 1990 in London geboren und 2009 vom NHL-Klub Columbus Blue Jackets in der fünften Runde als insgesamt 137. Spieler gezogen. Zu einem Einsatz in der besten Liga der Welt hat es für ihn nicht gereicht, obwohl er neun Saisonen in Nordamerika verbracht hat. So war er bereits in der NCAA bei der Colgate University Kapitän und sammelte in 89 AHL- und 33 ECHL-Spielen wertvolle Erfahrung. Im Sommer 2015 kehrte der Verteidiger nach Europa zurück, bestritt mit Medvescak Zagreb zwei Saisonen in der russischen KHL, ehe in den letzten neun Spielzeiten Deutschland zu seinem Lebensmittelpunkt wurde. Zuerst verbrachte Larkin, der auch den deutschen Pass besitzt, etwas mehr als sechs Jahre in Mannheim und wurde 2019 mit den Adlern Deutscher Meister. In den letzten drei Saisonen führte er die Schwenninger Wild Wings als Kapitän auf Eis. Nebenbei brachte es der 35-Jährige auf 105 Spiele im Trikot der Nationalmannschaft von Italien. „Ich bin nicht traurig, sondern stolz auf das Erreichte und bereit, mich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Ich weiß, dass sich mein Alltag in den nächsten Wochen völlig ändern wird und ich damit ein sehr langes Kapitel abschließe, das mich bis zur höchsten Ehre geführt hat: Bei den Olympischen Spielen im eigenen Land für Italien zu spielen,“ sagte Larkin nachdem er die Schlittschuhe an den Nagel gehängt hatte. © Alle Rechte vorbehalten Fünf Skorerpunkte in einem NHL-Spiel gelangen erstmals Moritz Seider. Der 25-Jährige erzielte beim 6:3-Heimsieg der Detroit Red Wings gegen die Philadelphia Flyers das Tor zum 2:1 und bereitete vier weitere Treffer vor. Der Deutsche ist der erste Red-Wings-Verteidiger seit 41 Jahren mit fünf Punkten in einer Partie und der insgesamt vierte in der Historie des Traditionsteams. © AlpsHL – Play-off FINALE („best of 7“) – SAMSTAG SPIEL 1 Meran – HC Gherdëina • • ••••••••••••••••••••••••••••• 20.00Uhr SR: Lazzeri, Winkler (Dummermuth-Haas, P.Brondi) © DEL – Play-off HALBFINALE („best of 7“) – Spiel 2 Kölner Haie – Eisbären Berlin• • •••••••••••••••••••••••••••••••••••••• 5:1 Stand in der Serie: 1:1 EHC München – Adler Mannheim• • •••••••••••••••••••••••• n.V. 2:3 Stand in der Serie: 0:2 © - Samstag/Sonntag, 11./12. April 2026 Sport 39 Die beiden Torhüter Andreas Bernard (links) und Claes Endre (rechts) werden in der heute Abend beginnenden Finalrunde zwischen dem HC Meran und HC Gherdëina eine entscheidende Rolle spielen. Alle Fotos auf dieser Seite: Max Pattis Franziska Stocker aus Leifers
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