Hockey Club Gherdëina valgardena.it - PRESS

38 Sport Samstag/Sonntag, 11./12. September 2021 - 160 Tage sind vergangen, seit Michael Schweitzer (im Bild), Verwaltungsratmitglied des HC Pustertal, wegen einer schweren Covid19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden ist. Der Vater von Viktor Schweitzer wird derzeit auf der Station der Neurorehabilitation des Krankenhauses Sterzing behandelt. © „Ich selber habe beide Extreme hautnah miterlebt: Ich hatte einen leichten Verlauf, während es meinen Vater, der keine Vorerkrankungen hatte, ordentlich erwischt hat.“ Viktor Schweitzer über die Coronavirus-Erkrankung Nur die Rittner Buamhaben Heimvorteil ALPSHL: ZumAuftakt kommt heute Abend der HC Fassa nach Klobenstein – Der HCGherdëina gastiert in Lustenau, der HCMeran in Jesenice BOZEN (kp). Heute fällt der Startschuss zur 6. Saison der Alps Hockey League (AlpsHL). Von den 17 Mannschaften ist eine spielfrei. Das sind dieWipptal Broncos Weihenstephan. Von den restlichen 3 Südtiroler Teams haben nur die Rittner BuamHeimvorteil (gegen den HC Fassa), während der HC Gherdëina valgardena.it (in Lustenau) und der HC Meran Pircher (in Jesenice) in der Fremde gefordert sind. Der Neuling und der Titelkandidat eröffnen um 17.30 Uhr die Saison. Merans Trainer Kim Collins muss in der Stahlstadt ohne den erkrankten Fabian Platzer und Manuel Lo Presti (berufliche Gründe) auskommen. Am Mittwoch hat sich der HCM von Massimo Zanet getrennt, „weil wir zu viele Stürmer im Kader hatten und niemanden auf die Tribüne schicken wollen“, erklärt Merans sportlicher Leiter Stefan Kobler. Im Gegenzug haben die „Adler“ den 17-jährigen Bozner Verteidiger Nicholas Pezzetta mit einem Vertrag ausgestattet. „Wir sind in Jesenice klarer Außenseiter, werden aber das Beste geben und schauen, was am Ende herausschaut“, sagt Kobler. Die Rittner Buam gehen als Favorit in das Heimspiel gegen den HC Fassa, das gleichzeitig auch zur IHL Serie A zählt. Schließlich haben die Buam alle 16 bisherigen AlpsHL-Duelle gegen Fassa für sich entschieden. „Das Team des HC Fassa ist ziemlich neu. Alle Transferkartenspieler wurden ausgetauscht. Fassa hat eine gute Mannschaft, die wir mit Sicherheit nicht unterschätzen werden. Unser Ziel ist zum Ligastart aber ein Dreier“, gibt Rittens Sportdirektor Adolf Insam selbstbewusst die Marschroute vor. Rittens Trainer Santeri Heiskanen muss mit Manuel und Robert Öhler 2 Spieler vorgeben. Manuel Öhler wird nach einer Knieverletzung im Kalenderjahr 2021 wahrscheinlich nicht mehr zum Einsatz kommen, während Robert Öhler bereits wieder mit der Mannschaft trainiert. In der Arena Ritten sind 542 Zuschauer zugelassen. Der HC Gherdëina muss beim EHC Lustenau antreten. Gegen den letztjährigen Halbfinalisten, der sich vor kurzem die Dienste von Remy Giftopoulos (zuletzt bei Cortina) gesichert hat, muss Grödens Trainer Hannu Järvenpää ohne die angeschlagenen Christian Willeit und Julian Senoner auskommen. In der AlpsHL gab es dieses Duell bislang 14 Mal. In 9 Aufeinandertreffen setzten sich die Vorarlberger durch. In der vergangenen Saison endeten beide Duelle mit nur einem Tor Differenz, wobei beide Teams je einen Sieg feierten. Dieses Spiel und auch jenes der Rittner Buam wird im Internet unter www.valcome.tv gegen Bezahlung übertragen. © Alle Rechte vorbehalten „ImMoment sind andere Dinge wichtiger“ EISHOCKEY: Der Pusterer Stürmer Viktor Schweitzer hat sich dazu entschieden, seine Karriere zu unterbrechen, nachdem sein Vater Michael an Covid-19 erkrankt ist NIEDERDORF. Wenn heute die Eishockey-Saison 2021/22 mit dem ersten Puckeinwurf in der Alps Hockey League (AlpsHL) offiziell beginnt, dann wird einer fehlen, der in den vergangenen Jahren sowohl in der ICE Hockey League (ICEHL) beim HCB Südtirol Alperia als auch in der AlpsHL beim HC Pustertal und HC Gherdëina dem Puck hinterhergejagt ist: Viktor Schweitzer hat sich für eine Auszeit entschieden, weil er zu Hause im elterlichen Betrieb gebraucht wird. Was die genauen Gründe hierfür waren, wie er die Ausgangslage in der ICEHL und AlpsHL einschätzt und was er sich vom kommenden Eishockey-Winter erwartet, erklärt der 29-jährige Flügelstürmer aus Niederdorf im nachfolgenden Interview. „Dolomiten“: Warum haben Sie sich dazu entschieden, Ihre Eishockey-Karriere vorerst zu unterbrechen? Viktor Schweitzer: Nachdem mein Vater an Covid-19 erkrankt war, musste ich im elterlichen Tischlerei-Betrieb mehr Verantwortung und zusätzliche Aufgaben übernehmen. Deshalb habe ich keine andere Möglichkeit gesehen, als eine Auszeit vom Eishockey zu nehmen. „D“: Was ist Ihre Aufgabe im elterlichen Betrieb? Schweitzer: Ich habe zu Hause in Niederdorf die komplette Führung des Tischlereibetriebes mit seinen 20 Mitarbeitern übernommen. Nach der Oberschule habe ich die Berufsschule der Tischler besucht, weshalb ich mich in diesem Handwerk auskenne. Ich bin bereits im April 2020 im elterlichen Betrieb eingestiegen, nachdem ich coronabedingt meine Zelte in Bozen abgebrochen hatte. Deshalb konnte ich mir einen Überblick über die verschiedenen Aufgabenbereiche verschaffen. „D“: Im Frühjahr dieses Jahres ist Ihr Vater Michael, der Verwaltungsratmitglied des HC Pustertal ist, dann an Covid-19 erkrankt. Schweitzer: Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Es war der 26. März, als ich kurz vor dem Play-off-Start einer von 7 positiv getesteten Spieler des HC Pustertal war. Am selben Tag hat mein Vater bereits erste Symptome verspürt, während ich praktisch gar nichts merkte. „D“: Ihren Vater hat es dagegen ordentlich erwischt. Schweitzer: Ja, leider. Er wurde am Ostersonntag – das war der 4. April – ins Brunecker Krankenhaus eingeliefert. Seither wurde er unter anderem auch auf der Covid19-Intensivstation in Bozen behandelt. Seit 5 Wochen ist er auf der Reha-Station in Sterzing. Demnächst wird er wieder nach Hause zurückkommen. „Die Chancen sind groß, dass mein Vater wieder ganz gesund wird.“ Viktor Schweitzer „D“: Wie geht es Ihrem Vater heute? Schweitzer: Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Das größte Problem ist nach wie vor die Lunge. Im Kopf hat zum Glück nie etwas gefehlt. Die Chancen sind groß, dass er wieder ganz gesund wird. „D“: Wie sehr haben Sie in den vergangenen Monaten gelitten? Schweitzer: Es war keine einfache Zeit. Wir sind überglücklich, dass er noch da ist und endlich über dem Berg ist. Es hätte auch anders ausgehen können. Wir haben jedenfalls mit dem Schlimmsten gerechnet. Mein Vater hat die Corona-Infektion angenommen und gekämpft. Ich selber habe beide Extreme hautnah miterlebt: Ich hatte einen leichten Verlauf und verspürte eigentlich nichts, während es meinen Vater, der ein gesunder Mann war und keine Vorerkrankungen hatte, ordentlich erwischt hat. Ich hoffe, dass es bei jenen Leuten, die Corona nach wie vor nicht ernst nehmen, ein Umdenken gibt. „D“: Themenwechsel. Am Samstag beginnt die 6. Saison in der AlpsHL. Wer sind Ihre Favoriten? Schweitzer: Die Rittner Buamhaben sich in den Sommermonaten gut verstärkt, weshalb sie ganz vorne mitmischen werden. Asiago darf man nie außer Acht lassen. Auch Jesenice wird bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden. Salzburg II schickt ebenfalls jedes Jahr eine starke Truppe ins Rennen, der allerdings die nötige Erfahrung fehlt. „D“: Sie haben in der Saison 2019/20 auch 15 Spiele für den HC Gherdëina bestritten. Was trauen Sie den Ladinern zu? Schweitzer: Für mich ist Gröden der Geheimfavorit. Ich kenne mehrere Spieler, mit denen ich beim HCG aber auch beim HC Pustertal gespielt habe. Es gibt aber auch zahlreiche Talente wie zum Beispiel Leo Messner, die großes Potenzial haben. Mit Hannu Järvenpää steht zudem ein sehr erfahrener Trainer hinter der Bande. „D“: Der HC Pustertal startet am kommenden Freitag in die ICEHL. Wie werden sich die „Wölfe“ in der neuen Liga schlagen? Schweitzer: Meine Ex-Mannschaft kann durchaus für eine Überraschung sorgen. Die PrePlay-offs sollten in jedem Fall in Reichweite sein. Schließlich gibt es einige Spieler, die die ICEHL bereits kennen. Andere müssen sich an die neue Liga erst noch gewöhnen. Es ist gut möglich, dass sich der eine oder andere Ausländer als Glücksgriff erweist. Das neue Stadion könnte für die Spieler eine zusätzliche Motivation sein. „D“: Apropos neue Arena: Wie sehr schmerzt es Sie persönlich, beim Start des HCP in diese neue Ära nicht dabei sein zu können? Schweitzer: Es ist natürlich sehr bitter. Die Rückkehr in die ICEHL war immer mein großes Ziel. Ich wollte unbedingt Teil des Neuanfangs in Bruneck sein. Ich habe nach wie vor die Hoffnung, dass ich noch einmal eine Chance erhalte. „D“: Sie haben 148 Spiele in der ICEHL im Trikot des HCB Südtirol, mit dem Sie in der Saison 2017/18 auch den Meistertitel gewonnen haben, bestritten. Wie beschreiben Sie das Niveau in der länderübergreifenden Meisterschaft? Schweitzer: Der Unterschied zwischen AlpsHL und ICEHL ist schon groß. Die beiden Ligen sind anders aufgebaut. Der Aufwand in der ICEHL ist viel größer. Es gibt mehr Spiele und auch die Fahrten sind länger. Zudem ist die Spielgeschwindigkeit höher: Man hat sehr wenig Zeit zum Denken. Auch die Spielweise ist härter als in der AlpsHL. Deshalb ist die körperliche Fitness von großer Bedeutung. „D“: Welche Rolle wird der HCB Südtirol in der kommenden ICEHL-Saison spielen? Schweitzer: Mit dem HCB ist immer zu rechnen. Sportdirektor Dieter Knoll hat in Vergangenheit stets sehr gute Spieler nach Bozen geholt. Und auch heuer dürfte ihm das gelungen sein. Zudem konnten nahezu alle Leistungsträger des Vorjahres wie Brett Findlay, Mike Halmo, Daniel Catenacci oder Dustin Gazley gehalten werden. Wenn der neue Torhüter Kevin Boyle seinen Vorgänger Leland Irving ersetzen kann, dann traue ich dem HCB alles zu. „D“: Wer sind Ihre Favoriten in der ICEHL? Schweitzer: Neben dem HCB kommen für mich Salzburg und Klagenfurt am ehesten als Meister in Frage. „D“: Werden Sie noch einmal aufs Eis zurückkehren? Schweitzer: Es ist mein großer Wunsch und Wille, noch einmal aufs Eis zurückzukehren. Am liebsten natürlich beim HC Pustertal. Wann und ob das überhaupt möglich sein wird, ist derzeit noch offen. Ich hätte mir in jedem Fall einen anderen Abschied vorgestellt. Ich werde demnächst wieder ins Training einsteigen. Im Moment sind für mich aber andere Dinge wichtiger. Interview: Kurt Platter © Alle Rechte vorbehalten Jesenice – Meran• • ••••••••••••••••••• 17.30 Uhr SR: Fajdiga, Lesniak (Arlic, Snoj) Rittner Buam – HC Fassa• • •••••• 18.00 Uhr SR: F. Giacomozzi, Lazzeri (Da Pian, De Zordo) Salzburg II – Bregenzerwald•••19.15 Uhr SR: A. Huber, Schauer (Matthey, Moidl) Wien II – Cortina• • ••••••••••••••••••• 19.25 Uhr SR: Heinricher, Loicht (Puff, Voican) Lustenau – HC Gherdëina •••••••19.30 Uhr SR: Lega, Virta (Basso, Cristeli) Zell am See – Feldkirch• • ••••••••• 19.30 Uhr SR: Ruetz, Wuntschek (Kainberger, Rinker) Kitzbühel – Klagenfurt II • • •••••• 19.30 Uhr SR: Brunner, Holzer (Reisinger, Spiegel) Asiago – Linz II • • •••••••••••••••••••••• 20.30 Uhr SR: Benvegnú, Pinié (Fleischmann, Piras) © ALPSHL: SAMSTAG MacGregor Sharp (im Vordergrund) und die Rittner Buam wollen heute Abend einen Heimsieg gegen den HC Fassa bejubeln. Der HC Gherdëina ist heute Abend in Lustenau gefordert. Am 20.April 2018 konnte Viktor Schweitzer die Karl-NedwedTrophäe in die Höhe stemmen, als er mit dem HCB Südtirol die damalige EBEL gewann. Alle Fotos: Max Pattis Massimo Zanet steht nicht mehr im Kader des HC Meran. >/s ͳd/ < Z auf SportNews.bz 4Awtq4jvgA-1631515163

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc0Mjk=