Marcel Skokan bot erneut die gleiche Aufstellung auf. Claes Endre stand somit zwischen den Pfosten. Die Hausherren legten sofort ein horrendes Tempo an den Tag, die erste Chance von Hannes Kasslatter, der einen Nachschuss zur Verfügung hatte, bleibt jedoch ungenutzt. Meran zeigte sich hingegen auf der anderen Seite eiskalt, als Brayden Sherbinin einen Drehschuss ins Kreuzeck setzte. Dem Treffer war ein Wechselfehler des HCG vorausgegangen. Das 0:1 schockte Simon Pitschieler & Co. nicht, im Gegenteil – es stachelte die Furie an, die Meran nun kontinuierlich stark unter Druck setzten. Immer wieder erwies sich jedoch Andreas Bernard als Spielverderber. So wie gegen Stephan Deluca, der nach einem Konter an dessen Fanghand hängen blieb. 49 Sekunden vor dem Ende des Startdrittels fiel das überfällige 1:1: Vlastimil Dostalek nahm den Puck in den Slot an, versuchte es mit der Rückhand und traf schließlich mit dem Nachschuss.
Hatten die Hausherren bereits den ersten Abschnitt dominiert, so legten sie in den zweiten 20 Minuten noch einen drauf. Schon nach wenigen Sekunden tauchte Dostalek alleine vor dem Tor auf, blieb aber genauso wie Moncada an Bernard hängen. Letzterer hatte dann auch noch das Glück auf seiner Seite, als Davide Schiavone am Pfosten hängen blieb. Wenig später hatte der HCG das erste Powerplay, das prompt genutzt wurde: Dostalek zog in die Mitte und bezwang Bernard über dessen Fanghand. Meran hatte auch infolgedessen alle Hände voll zu tun und konnte sich bei Bernard bedanken, dass es (zunächst) beim knappen Rückstand blieb. In der 36. Minute musste er jedoch ein drittes Mal hinter sich greifen, als Samuel Moroder einen herrlichen Querpass auf Schiavone spielte, der problemlos einschob.
Das Schlussdrittel war an Spannung kaum zu überbieten, da Meran plötzlich deutlich mutiger spielte – und sich mit dem 3:2 belohnte. Daniel Gellon erkämpfte sich im Forechecking den Puck, spielte zurück auf Nick Rein, dessen Schuss Endre bravourös hielt. Im Nachfassen war David Trivellato aber erfolgreich. Die Furie antworteten postwendend, denn zwei Minuten später ließ Bernard nach einem Vozovik-Schuss abprallen. Stephan Deluca war zur Stelle und schob ein. Das Spiel blieb auf Messers Schneide, denn Patrick Tomasini brachte die Gäste aus einem Gestochere wieder heran. In den letzten Minuten des Spiels verpassten die Furie zahlreiche Chancen, um auf 5:3 zu stellen. Das gelang nicht, weshalb die Fans bis zur letzten Sekunde zittern mussten, ehe sie ausgelassen jubeln durften. Der Titel in der Alps Hockey League (AlpsHL) – er stand fest.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird der HCG die Saison nochmals ausführlich Revue passieren lassen und Details zur Meisterfeier bekanntgeben. Jetzt wollen wir aber nur eines: FEIERN.
HC Gherdëina – HC Meran 4:3
Tore: 0:1 Sherbinin (4.14), 1:1 Dostalek (19.11), 2:1 Dostalek (22.27), 3:1 Schiavone (35.13), 3:2 Trivellato (44.07), 4:2 Deluca (46.12), 4:3 Tomasini (50.26)
Foto: Matthäus Kostner