Coach Marcel Skokan musste in diesem wichtigen Spiel auf Carmine Buono verzichten, der sich am Samstag in Zell am See bei einem Check von hinten verletzt hatte. Im Tor stand erneut Claes Endre. Die ohnehin elektrisierende Stimmung, für die die über 1.800 Fans sorgten, wurde nach zwei Minuten zusätzlich eingeheizt, da Luke Moncada den Puck bei seinem Alleingang ins Kreuzeck setzte. Nachdem Simon Pitschieler einen weiteren Hochkaräter vergab, fanden die Eisbären besser ins Spiel und schossen Endre warm. Der Schwede wuchs gegen Alexander Rupnik und Max Stiegler über sich hinaus, zudem traf Nick Huard bei einem Solo das Tor nicht. Auf der anderen Seite hatte Dmitri Vozovik großes Pech, als er im ersten Powerplay des Abends nur den Pfosten traf. Nur wenige Sekunden später stellte Davide Schiavone mit einem Nachschuss aber auf 2:0, ehe Hannes Kasslatter und Torschütze Moncada einen 2-auf-1-Konter lehrbuchmäßig zu Ende spielten.
Im Gegensatz zum ersten Drittel gelang es den Österreichern im Mittelabschnitt besser, sich in der offensiven Zone festzusetzen. Daraus resultierten exzellente Chancen – wie jene von Kele Steffler, der nach einer einstudierten Variante das leere Tor verfehlte. Darüber hinaus traf dessen Bruder Devin im Powerplay lediglich die Querlatte. Mit überfallartigen Kontern blieb jedoch auch der HCG brandgefährlich. Sowohl Moncada als auch Luca Biondi fanden bei Alleingängen jedoch in Schmidt ihren Meister.
Zell am See steckte den Kopf nicht in den Sand: 30 Sekunden waren im Schlussdrittel erst gespielt, als Ethan Szypula im Powerplay Huard in Szene setzte, der Endre mit einem wuchtigen Schuss auf der Fanghand bezwang. In der Folge hatten der im Slot allein gelassene Moncada und der bei einem Konter mitaufgerückte Dmitri Vozovik die Chance, den Drei-Tore-Vorsprung wiederherzustellen. Schmidt wehrte aber jeweils glänzend ab. Danach begann bei den HCG-Fans das große Zittern, denn Zell am See schnürte die Furie teils minutenlang in die eigene Zone ein. Endre verhinderte mit unglaublichen Paraden aber den Anschlusstreffer der Österreicher. Die Entscheidung fiel, als die Eisbären Schmidt vom Eis nahmen und den Hausherren durch Kasslatter und Biondi zwei Empty-net-Treffer gelangen. Zell am See ließ den Frust anschließend mit unschönen Aktionen aus, auf die Provokationen ging die Mannschaft von Marcel Skokan jedoch nicht ein. Stattdessen fixierte Vlastimil Dostalek in doppelter Überzahl den 6:1-Endstand. Danach gab es im Pranives kein Halten mehr.
Auf wen die Furie im Finale treffen, steht erst am Donnerstagabend fest, wenn der HC Meran und Sisak das siebte Spiel der Serie absolvieren. 48 Stunden später, am Samstag, startet der Finale mit einem Auswärtsspiel ins Finale.
HC Gherdëina – EK Zell am See 6:1
Tore: 1:0 Moncada (1.55), 2:0 Schiavone (11.34), 3:0 Moncada (14.41), 3:1 Huard (40.30), 4:1 Kasslatter (56.18), 5:1 Biondi (56.54), 6:1 Dostalek (58.38)
Foto: Matthäus Kostner